Maria (Micka) Olip
geb. Županc (Schupanz)

* 1913    † 1943

 

Lebenslauf

Maria Olip, geb. Županc (Schupanz) wurde am 28.3.1913 in Obir (Kärnten) geboren und war gebürtige Slowenin. Sie lebte in Eisenkappel und war Schwester der Gebrüder Miha Županc (im Landesgericht I hingerichtet), Johann ist als Partisan gefallen, Lenard als Soldat im 2. Weltkrieg. Alle stammten aus Ebriach und wohnten in der Pegrin Keusche. Sie war verheiratet.

Widerstand, Todesurteil, Hinrichtung

Maria Olip wurde am 9. 4. 1943 in Klagenfurt gemeinsam mit Thomas Olip, Jakob Oraže, Johann Oraže, Franz Gregorič, Franc Pristovnik, Florian Kelich, Bartholomäus Oraže, Ulrich Kelich, Franz Weinzierl, Georg Pasterk, Miha Županc, und Johann Doujak (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 29.4.1943 erfolgte ihre Hinrichtung im Landesgericht I in Wien.

Aus dem Urteil

„(…) hat der Volksgerichtshof (…) für Recht erkannt: Thomas Olip, Jakob Orasche, Johann Doujak, Franz Gregoritsch, Franz Pristovnik, Florian Kelich, Bartholomäus Orasche, Johann Orasche, Ulrich Kelich, Franz Weinzierl, Georg Pasterk, Michael Schupanz und Maria Olip haben im Kriege im deutschen Kärntnergau terroristischen kommunistisch eingestellten bewaffneten Banden angehört, die die deutsche und überhaupt die reichstreue Bevölkerung terrorisierten, Deutsche ermordeten und Gehöfte plünderten, und Teile des Reiches von ihm losreissen wollten. Sie haben damit im Kriege den Feind des Reiches begünstigt und werden deshalb mit dem Tode bestraft. Sie sind für immer ehrlos.“

Aus ’Blut und viele Tränen‘

„Wer hat es verraten, dass wir heute beim Golop zusammenkommen? dachte sie plötzlich. Dann erinnert sie sich der Worte eines Gestapomannes zum anderen in der Stube: „Was haben wir da angerichtet!“ Und wie sie sich gleich um den Verwundeten kümmerten. Oder sollten die zwei – ? Plötzlich glühte sie am ganzen Körper, sie zitterte. ’Spitzel‘, sagte sie laut vor sich hin und erschrak über ihre eigene Stimme. ’Spitzel‘!“ Sie blieb sitzen, sie fühlte sich so geschlagen, so elend, sie war unfähig, sich weiterzubewegen. So saß sie, bis es morgen wurde. (…) Mitzi rutschte etwa über den Hang bis auf einen Weg neben dem Ebriachbach hinunter und ging automatisch in Richtung Eisenkappel. Hundert Schritte weiter stand sie plötzlich einer SS-Streife gegenüber. Widerstandslos ließ sie sich festnehmen. Mit keinem Gedanken dachte sie mehr an Flucht. Das Erlebnis vom Vortag, die Gewissheit, dass sie zwei Spitzeln aufgesessen war, hatte sie moralisch gebrochen. Ihre Widerstandskraft wuchs erst wieder bei den Verhören. Für sie war es aber dann schon zu spät.“

Gedenktafel

Ihr Name steht auf der Gedenktafel an der Kirche in Zell-Pfarre.

Gedenkort - Straflandesgericht Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Wiener Landesgerichts findet sich ihr Name auf einer der Gedenktafeln.

Grab in Zell-Pfarre

Ursprünglich Gruppe 40. Im November  1949 exhumiert nach Zell-Pfarre.

Quellen

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit. Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien, 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“ Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation. Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag. 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


Porträt teilen